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Produzierende Gestalter*in werden

Produzierende Gestalter*in werden – Transformationen von Habitus und Identität

 

Lange Zeit wurden Berufe von Generation an Generation weitergegeben – wer aus einer Tischlerfamilie kam, wurde auch selber Tischler*in. Wer aus einer Akademikerfamilie kam, wurde selber auch Akademiker*in. Heute ist das nicht mehr im selben Ausmaß der Fall, doch Bildungsabschlüsse werden in Österreich immer noch stark vererbt: Je geringer der Bildungsstatus der Eltern, desto seltener beginnen die Kinder ein Studium, desto schwerer haben sie es auf der Hochschule und desto häufiger brechen sie ihr Studium vorzeitig ab. Der OECD-Bildungsbericht zeigt, dass in Österreich nur ein Drittel der Studienanfänger*innen nicht bereits aus einem Akademiker*innenhaushalt kommt. Und auch umgekehrt gilt: Kinder aus Akademiker*innenfamilien fangen seltener eine Lehre an (vgl. OECD 20181).  

 

Als verantwortlich dafür wird in sozialwissenschaftlichen Analysen im Anschluss an Pierre Bourdieu (19722; 19823) – neben fehlenden finanziellen Ressourcen und Zulassungsbarrieren – oftmals die fehlende habituelle Passung erachtet (vgl. Bremer 20164; Lange-Vester/Sander 20165). Der Habitus bezeichnet eine spezifische Form inkorporierten Verhaltens, von Dispositionen und einem spezifischen ästhetischen Geschmack, der häufig durch die (familiäre) Sozialisation weitergegeben wird. Das heißt: Kindern, deren Eltern einen geringeren Bildungsabschluss haben, fehlt häufig der akademische Habitus, der im Studium vorausgesetzt wird, und Kindern, deren Eltern einen hohen Bildungsabschluss haben, fehlt der Habitus, der in Lehrberufen vorausgesetzt wird. Die fehlende habituelle Passung, die dann entsteht, wenn eine Person aus bildungsfernem Familienhintergrund ein Studium beginnt oder eine Person aus einem Akademiker*innenhaushalt eine Lehre, kann aber auch fruchtbare Reibungen und damit neue Interpretationen von Ästhetik erzeugen.     

 

Vor diesem Hintergrund fragt das Forschungsprojekt:  

 

  1. Unterscheiden sich Studierende der NDU aus bildungsfernen und bildungsnahen Familien in ihren Bildungsinteressen und -motivationen, ihren wissenschaftlichen und gestalterischen Kompetenzen, sowie ihrem Studienerfolg? 
  1. Mit welchen Herausforderungen sehen sich Studierende aufgrund ihres Bildungshintergrunds in ihrem Studium konfrontiert? Welche Unterstützungsbedarfe und Fördermöglichkeiten (z.B. Peer-Mentoring) ergeben sich daraus? 
  1. Unterscheiden sich Alumni der NDU aus bildungsfernen und bildungsnahen Familien hinsichtlich ihrer Übergänge vom Studium ins Berufsleben bzw. in weiterführende Bildungswege, den Branchen, in denen sie arbeiten, ihren Arbeitsformen (z.B. selbstständig/angestellt) und ihrer Arbeitszufriedenheit?  


Projektteam:

  • Univ.-Prof. Mag.art. Hans Stefan Moritsch 
  • Dr.in Anna Wanka, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Goethe Universität, Frankfurt am Main 
  • Katrin Lehner, BA 


Projektlaufzeit:
September 2020 – August 2021

Studium: 
BA Design, Handwerk & materielle Kultur

 

Forschungsförderung:

Sparte Gewerbe und Handwerk WKNÖE

 

 

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