Detail

Student Life: Designerin für Schuhmanufaktur

Student Life | Aus dem NDU-Alltag:
Geschichten, Projekte, Insiderwissen...
#14: Flora Szurcsik
BA Design, Handwerk & materielle Kultur
6. Semester

Flora Szurcsik studiert gerade im sechsten Semester „Design, Handwerk & materielle Kultur“ und legt bei der Diskussionsrunde zum Thema „Privatuniversität: only for rich kids?!“ auf der BeSt Wien ihre Sicht der Dinge dar. Sehr ehrlich erzählt uns auch die junge Designerin, warum für sie Bildung wichtiger ist als der Neukauf eines Autos und teilt uns unter anderem freudig mit, wie sie noch vor Abschluss ihres Studiums einen fixen Job als Designerin bekam.

Liebe Flora, Du studierst im sechsten Semester „Design, Handwerk & materielle Kultur?“ an der NDU. Was sagst Du zum Klischee „Privatunis sind nur etwas für Töchter und Söhne reicher Eltern?“

Ich empfinde die freie Wahl einer Bildungseinrichtung, sei diese mit oder ohne eigenem Kostenaufwand verbunden, als einen notwendigen Aspekt des Bildungssystems. Privatuniversitäten tragen dazu bei, dass die Vielfalt von branchenspezifischen Bildungsmöglichkeiten erhalten bleibt.

Als jemand der selbst aus eher bescheideneren Verhältnissen kommt, sehe ich die Studienkosten einer Privatuniversität wie dieser, absolut nicht als Hindernis, da ich die Wahl meines weiteren Bildungswegs aufgrund der Qualität des Studiums und nicht der Kosten wegen getroffen habe. Schließlich begründet mein Studium meinen späteren Karriereweg. Da ich meine spätere Arbeit auch als meine „Bestimmung“ – wenn ich das mal so esoterisch formulieren darf – und somit auch als meine Identität verstehe, ist der Gedanke, sich über den Kostenaufwand der selbstbestimmten, bestmöglichen Zukunft zu echauffieren, doch unbegründet. Aus diesem Grund empfehle ich jedem, der den Kostenaufwand einer Privatuniversität als Gegenargument anführt, sich einmal über die Priorität von Bildung in seinem Lebensweg nochmal Gedanken zu machen. Es mag ja sein, dass manche um dasselbe Geld lieber ein Auto kaufen möchte, Bildung ist für mich jedenfalls definitiv von weitaus höherer Bedeutung!
 

Das Besondere in eurem Studiengang ist, dass es möglich ist, ohne Matura zu studieren, wenn man eine abgeschlossene handwerkliche Lehre absolviert hat. Wie wirkt sich das auf die soziale Durchmischung aus?

Diese Besonderheit ist auf jeden Fall sehr positiv! Viele meiner Kolleginnen und Kollegen inskribieren dieses Studium nach einer handwerklichen Ausbildung – so wie ich selbst. Dadurch geht das Konzept des Studienganges auf, dass verschiedenste Handwerkstechniken und Materialkenntnisse auch von den Studierenden in den Unterricht eingebracht werden und so jeder von jedem profitieren kann. Dafür ist eine Matura auch nicht unbedingt notwendig. So kommen auch die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Bildungsgraden und Vorkenntnissen zusammen. Ob man das nun soziale Durchmischung nennen mag, sei mal dahingestellt, aber es zeigt sich speziell in diesem Studienzweig, dass es immer noch viele Menschen gibt, die ihre Bildung sehr ernst nehmen und ihre Prioritäten so gesetzt haben, in sich selbst zu investieren, unabhängig von ihrer finanziellen Ausgangslage.
 

Wie finanzierst Du Dir dein Studium?

Ich finanziere mich durch das Bildungsdarlehen der HYPO Niederösterreich. Das ermöglicht mir, mich voll und ganz auf mein Studium zu konzentrieren, ohne mich um die anfallenden Kosten während meiner Studienzeit sorgen zu müssen. Ich denke, es ist sinnvoller, die Kosten dann zurückzuzahlen, wenn ich bereits im Berufsleben stehe. Lieber eines nach dem Anderen, zuerst das Studium, dann die Arbeit, dann die Rückzahlung. Aber nachdem ich jetzt schon, noch vor Abschluss meines Studiums, so viele Möglichkeiten für die Zukunft sehe (eben auch wegen dieses Studiums), empfinde ich die Rückzahlung des Darlehens nicht als Problem.
 

Eine dieser Möglichkeiten führte bereits zu einer Jobzusage. Nach deinem Studium fängst Du an, bei einem Schuster zu arbeiten. Wie kam es dazu? Und was sind dort deine Aufgaben?

Als ich meine Schuhe reparieren ließ, kam ich mit besagtem Schuster ins Gespräch. Ich fragte ihn, ob ich im Sommer bei ihm ein Praktikum machen dürfte, da ich wegen meines Studiums möglichst viele Materialien und Handwerkstechniken ausprobieren möchte. Es stellte sich dann schnell heraus, dass wir nicht nur gut miteinander arbeiten konnten, sondern auch dieselben Ziele verfolgten. In einer Zeit, in der Massenproduktion zu einem enormen Qualitätsverlust und Überfluss von unnützen Produkten führt, ist es unser beider Ziel, das Handwerk und damit verbundene Bewusstsein für Materialität wieder zum Leben zu erwecken und Dinge zu produzieren, die die Menschen tatsächlich brauchen und zu schätzen wissen. Ich zeigte ihm meine Projekte, die in meinem Studium entstanden waren und sprach mit ihm über meine Ideen und Karrierewünsche. Kurz darauf hat er mir angeboten, nach dem Studium als Designerin in sein Unternehmen einzusteigen, und gemeinsam mit ihm eine Schuhmanufaktur auf die Beine zu stellen. Mein Aufgabenbereich wird sich auf den Entwurf von Maßschuhen für und mit dem Kunden beziehen, sowie den Entwurf und der Prototypenanfertigung von anderen Verkaufsprodukten aus Leder beziehen wird.


Wow. Noch im Studium ein Jobangebot zu bekommen, das ist wirklich toll. Wir gratulieren recht herzlich!

Was sind für Dich die (drei) größten Vorteile, um an der NDU zu studieren?

Eins: Praxisnahe Projekte, wobei ich die Projekte, die mit tatsächlichen namhaften Kunden entstehen, als besonders profitabel und lehrreich empfinde.

Zwei: Die Möglichkeit, als Studentin bereits während des Studiums mit eigenen Arbeiten in die Öffentlichkeit zu treten, durch Ausstellungen auf der Vienna Design Week, oder Kooperationen wie etwa durch das Future Lab. Das erlaubt den Studierenden, sich schon sehr früh in einem geschützten Rahmen zu präsentieren und so eine eigene Vermarktungsstrategie oder zukünftige Kooperationen aufzubauen.

Drei: Die Betreuungsverhältnisse zwischen Office, Lehrenden und Studierenden, sind sehr gut. So ist ein gutes Arbeitsklima für alle Beteiligten spürbar und ermöglicht Kommunikation auf Augenhöhe.
 

Wir bedanken uns für deine Bereitschaft, immer wieder für die NDU zur Verfügung zu stehen, egal ob Interview, Diskussionsrunde oder Messebetreuung. Wir wünschen Dir alles Gute und freuen uns auf weitere Berichte von Dir!

 

MEHR ERFAHREN

Haben Sie Fragen zu einem bestimmten Studium? Wollen Sie wissen, wie sich die Studiengebühren leichter finanzieren lassen - oder Erfahrungen mit unseren Studierenden tauschen? Kein Problem! Unser Team ist gerne für Sie da um Ihre Fragen zu beantworten - per Mail, am Telefon, oder in einem individuellen Beratungstermin vor Ort.

KÖPFE & KONTAKT

Wer unterrichtet an der NDU? Wer sind die "kreativen Köpfe", die für die Leitung und die Organisation unserer Universität zuständig sind? Was sind die Forschungsgebiete und die Kernkompetenzen unserer Professorinnen und Professoren? Hier finden Sie nicht nur die Kontaktdaten sondern auch Kurzbios des NDU-Teams.

VIRTUELLER RUNDGANG

Am meisten freuen wir uns über Ihren persönlichen Besuch – aber Sie können unsere Universität auch virtuell kennenlernen und einen Einblick in die kreative Atmosphäre der NDU gewinnen. Der virtuelle Rundgang findet in einem normalen Browserfenster statt.

Mit freundlicher Unterstützung von Vermessung Schubert ZT

IN KONTAKT BLEIBEN